MIt dem Rad auf der Geo-Tour: Donauversickerung, Vulkankrater, Aachtopf

Wegzeichen Geo-Tour Zwischen Wow und Aach

Direkt auf der europäischen Wasserscheide spielt sich seit über 150 Jahren ein veritables Naturschauspiel ab. Ein Fluss verschwindet vollständig von der Erdoberfläche. Dies kommt zwar öfter vor als gemeinhin vermutet wird, aber die Versinkung der Donau ist deutschland- und europaweit bestimmt das spektakulärste Phänomen dieser Art, wenn an rund der Hälfte der Tage im Jahr die Donau zum Nebenfluss des Rheins wird.

Radfahrer im Kies Das ist kein Aktivsportler auf einem Mountain-Bike-Trail, sondern einen Radwanderer im trockenen Flussbett der Donau.

Radler-Hotspot: Das Immendinger Freizeitzentrum Donauversinkung

Das Immendinger Freizeitzentrum liegt an der Donaubikeland „Geo-Tour“ und bietet sich als Start- und Zielort an. Hier ist nicht unr ein Zeltplatz für Fernradler auf dem Donauradweg, sondern auch Duschen, ein Spielplatz, ein Kiosk. Ein Grillplatz steht auch zur Verfügung, dafür aber bitte vorher anmelden. Pünktlich zum 200jährigen Geburtstag des Fahrrads wurde auch eine E-Bike Ladestation mit offenem WLAN installiert. Der Hotspot für Radler und NAturfreunde ist mit dem Auto und vom Bahnhof Immendingen gut erreichbar. Auf der 50 km langen Tagestour über Immendingen, Möhringen, Wittoh, Eigeltingen, Aach, Engen, Bargen und Mauenheim kann man sämtliche einmaligen Geophänomene rund um die Donauversinkung erleben.

Fahrrad am Freizeitzentrum Immendingen

Wegzeichen Deutsche Donau Ein Stück auf dem Donauradweg

Wer die Donauversinkung vom Freizeitzentrum Immendingen aus mit dem Fahrrad besuchen will, muss schieben. Die engen Pfade entlang der Uferböschung sind nicht geeignet fürs Radfahren und die Verbotsschilder sind nicht einladend. Also besser die 1,5 km laufen oder einfach das erste Stück ein Stück bis nach Möhringen fahren. Es gehört auch zum Donauradweg, weshalb hier das Deutsche Donau-Schild den Weg weißt und nicht die Schnecke der Geo-Tour. In Möhringen liegt die Donauversickerung direkt am Radweg. Bei geeigneter Witterung kann man im Flussbett zurück fahren bis zu den letzten Schlucklöchern.

Familie mit Fahrrädern

Auf der europäischen Wasserscheide

Die Donauversinkung liegt in der Region zwischen Baar und Hegau dirket auf der europäischen Wasserscheide. Nach dem Anstieg aus dem Donautal führt die Geo-Tour entlang der Grenze zwischen Schwäbischer Alb und dem Hegau. Auf dem Wittoh kann man dessen ehemaligen Vulkankegel in einmaligen Panoramen bewundern. Auf der weiteren Tour passiert man auch den Aachtopf und das Eiszeitmuseum in Engen. In den ruhigen Wäldern des Landstrichs liegen immer wieder Dolinen und vor allem der Höwenegg. Er ist der nördlichste der Hegauvulkane und besteht aus einem Haupt- und fünf Nebenkratern. Bei den Grabungen wurden sensationelle Fossilienfunde gemacht, darunter das dreizehige Urpferd Hipparion. Das vulkanisch gebildete Basaltgestein wurde bis 1979 abgebaut und führte mit der Schließung des Bergwerks zu einem natürlichen Kratersee, der das Naturschutzgebiet Höwnegg heute zum einmaligen Ausflugsziel macht.

Blick in Kratersee Höwenegg

Wie ein Bett ohne Fluss die Natur verändert

Mit Einzug des Sommers werden die Niederschläge weniger. In der trockenen Jahreszeit versickert dann das gesamte Wasser der Donau zwischen Immendingen und Möhringen in den Schlucklöchern. Dieses einmalige Naturschauspiel ermöglicht besondere Erlebnisse. Führt die Donau kein Wasser, kann man einmalige Beobachtungen machen. Wasserpflanzen wachsen plötzlich an der Erdoberfläche, Treibgut kann man von unten besichtigen und an der Grenze zum wasserführenden Flussbett bilden sich kleine Treibholzdämme. Diese und viele anderen Erscheinungen sollten jeden Naturfan begeistern.

Wasserpflanzen über dem trockenen Flussbett der Donau

Sensationeller Fund: der einzige bekannte Höhlenfisch Europas

Besonders interessant sind auch die Auswirkungen der Donauversickerung auf die Fauna. Der Fischbestand zieht sich in der Trockenperiode in wasserhaltige Abschnitte zurück oder verschwindet mitsamt dem Donauwasser in den Löchern des Karstgebirges. Erst vor kurzem machten Forscher die sensationelle Entdeckung der Kleinen Schmerle. Es handelt sich dabei um eine Fischart, die ausschließlich in den unterirdischen Gewässern der Gesteinsschichten zwischen Donauversickerung und Aachtopf lebt. Die Kleine Schmerle ist damit der erste (bekannte) Höhlenfisch Europas und bereichert das Geophänomen Donauversickerung um einen weiteren Naturschatz.

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