Schloss Hausen und der Dichtersänger Anton Schlude

Mächtig und spektakulär erhebt sich die Giebelwand der Burgruine über Hausen im Tal. Sie gibt eine Ahnung davon, wie stattlich das einstige Schloss war, dessen Ursprünge mindestens ins 11. Jahrhundert zurückgehen. Das ist umso bemerkenswerter, könnte dieses stattliche Gebäude noch heute stehen. Die Ruine Hausen ist nicht wie die meisten Ruinen im 17. Jahrhundert entstanden, als durch das Entstehen des Bürgertums das große Burgensterben einsetzte. Das Schloss Hausen wurde erst im 19. Jahrhundert abgebrochen.

Lobgesänge auf Natur und Heimat

Hausen im Tal ist aber auch Heimat von Anton Schlude, dem nahezu vergessenen Heimatdichter, dessen Andenken heute in seiner Heimat vermehrt gepflegt wird. Anton Schlude befasste sich in Gedichten und Erzählungen mit seiner Heimat im Durchbruchstal. In seiner Reisebeschreibung „Das Donau-Thal von Tuttlingen bis Sigmaringen“ fügte er Gedichte und heimatkundliche Erzählungen zu einem Ganzen zusammen. Und trotz seines literarischen Schaffens hat er sich selbst immer als Sänger bezeichnet. Vermutlich stellte er sich so in die Tradition der Minnesänger, die er in seinen Schriften als Lobende von Natur und Heimat erwähnt. So verwundert es nicht, dass eines dieser Gedichte den Titel: „Gruß des Sängers an sein heimatliches Thal“ trägt. Die ersten beiden Strophen, mit denen er sein Tal besingt, lauten:

Du Thal mit deinen Wiesen
Mit deiner Wälder Grün,
Sollst hoch von mir gepriesen
Im Liede stets erblüh‘n.

Mit deinen Felsenzinnen,
Wo stolz der Berggeist thront,
Mit deinen Schluchten, Rinnen,
Vom scheuen Wild bewohnt;

Anton Schlude berichtet in seiner Reisebeschreibung von den Hintergründen des Untergangs des Hausener Schlosses. Weder Feind noch Wetter sorgten für den Abbruch, sondern der Eigensinn eines badischen Amtmanns, der nach der Säkularisation und dem Zuschlag Hausens an das Großherzogtum Baden zuständig war. Anton Schludes Bericht ist dabei wenig zimperlich: „wenn man aber erfährt, daß es nur der boshaften Laune eines zudem untergebenen Rentbeamten zum Opfer fiel, so kann man sich einer gerechten Entrüstung über diesen Vandalismus nicht enthalten. […] 1813 erklärte der damalige Rentbeamte […] in einer Eingabe an die Domänenkanzlei, daß das Schloß Hausen dem Einsturz nahe und durchaus nicht mehr zu repariren sei, was aber gänzlich erlogen war;“ Der Eingabe wurde ohne Prüfung stattgegeben und die Tage des Schlosses Hausen waren gezählt. Bis vor kurzem drohte auch die verbliebene Giebelwand zu zerfallen, was aber in einer aufwändigen und spektakulären Bauaktion im Jahre 2007 durch die Aktion Ruinenschutz im Donautal verhindert wurde. Trotz allem ist die Ruine Hausen ein Wanderziel mit wundervollen An- und Ausblicken.

EIn Nachfahre aus der Familie Anton Schludes, Dr. Konrad Schlude, pflegt das Gedenken an den Sänger aus dem Donautal.