Benediktinische Brautradition: Zwiefalter Klosterbräu

Über dem Eingang zum berühmten barocken Münster in Zwiefalten begrüßt bis heute eine Figur des Ordensvaters Benedikt von Nursia Einheimische und Gäste. Die berühmte Regel des heiligen Benedikt für das Leben in klösterlicher Gemeinschaft hat nicht nur das Kloster und den Ort Zwiefalten, sondern ganz Europa nachhaltig beeinflusst. Das Brauen ist eine der Künste, die hier hinter den Klostermauern entwickelt wurde. Die Mönche mussten 1803 zwar das Kloster verlassen, doch seit 1521 braut man das Zwiefalter Klosterbräu, heute genau wie damals: mit Brauwasser aus dem Klosterbrunnen und feinster Gerste von den Feldern der Schwäbischen Alb. Alle zwei Jahre pflegt man diese Tradition durch die Klosterbräu-Festspiele. 200 Schauspieler zeigen dann ein beeindruckendes Spektakel, das in den Anfangszeiten des Brauens im 16. Jahrhundert seinen Anfang nimmt.

Einklang zwischen Mensch und Natur

Die Pflege der klösterlichen Brautradition ist in Zwiefalten kein Marketing-Gag. Damals wie heute sind regionale Zutaten und angemessene Zeit die wichtigsten Bestandteile für Qualitätsprodukte. Durch den nachhaltigen regionalen Einsatz sowie die Pflege und Berücksichtigung von Natur und Mensch wurde die Brauerei sowohl als Partner des Biosphärengebietes Schwäbische Alb, als auch von SlowFood Deutschland als Hersteller handwerklich gebrauter Bierspezialitäten zertifiziert.

Kein Bier für die große Masse

Die Bindung an die Region rund um das Kloster entspricht auch durchaus den monastischen Gepflogenheiten von einst. Die Brauerei sucht sich seine Kunden in maximal 70 km Entfernung und entsprechend begrenzt ist auch der Ausstoß. Bier von hier ist kein Bier für die Masse. Dieses Konzept ermöglicht auch die ausgiebige Reifung in den bewährten und kalten Klosterkellern. Seit 1897 liegen die Geschicke der Brauerei in den Händen der Familie Baader, die gerne Einblicke in die Arbeit ihres 55köpfigen Teams gewährt. Während einer Brauereibesichtigung lernt man die zehn goldenen Brauregeln der Benediktiner und natürlich die ganz frischen Biere des Hauses kennen. Um das Vermächtnis der Benediktiner erleben zu können, sollte man sich wegen der Beliebtheit dieser Veranstaltungen etwa vier Wochen vorher anmelden.

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Besondere Erlebnisse

Neben den alle zwei Jahre stattfindenden Klosterbräu-Festspielen stehen jedes Jahr vier Tage im September im Zeichen der Braukunst. Beim Historischen Bierfest mit Brauhandwerksmarkt, geführten Brauereibesichtigungen, Strohfigurenpark und zünftiger Stimmung im großen Bierzelt dankt die Zwiefalter-Familie für das Erreichte rund um Hopfen, Gerste, Hefe und Wasser. Aber auch an gewöhnlicheren Tagen ist das Zwiefalter Münster und seine Klosterbrauerei einen Besuch wert.