Bier500 und die Brauer mit Leib und Seele im Donaubierland

Das große Bier500-Fest war die zentrale Veranstaltung in Baden-Württemberg anlässlich des 500jährigen Jubiläums des bayerisch-deutschen Reinheitsgebotes – eigentlich. Denn gemessen am Anlass kamen eher wenige Zuschauer. Grund war, dass gleich zu Beginn etwa 90%iger Bieranteil, also Wasser, vom Himmel fiel. Aber getreu dem alten Camping-Motto “bei schönem Wetter kann’s jeder” ließen sich die Anwesenden nicht die Freude am Feiern nehmen, der Regen ließ bald nach und es strömten dann auch mehr Zuschauer.

Fernsehinterview

Christoph Heppeler, Kulturwissenschftler am Freilichtmuseum Neuhausen, stellt sich den Fragen des SWR-Teams.

Auch der SWR hatte zu kämpfen, um Bilder für den Treffpunkt Baden-Württemberg aufzuzeichnen. Der große Festtag Bier500 war Anlass des jährlichen Weizenbieranstiches der Brauer mit Leib und Seele. Für die Vereinigung der acht Brauereien, die sich dem handwerklichen und regionalen Brauen verschrieben haben, sagt Hirschbrauerei-Geschäftsführer Hubert Hepfer: “Wir vertreten mit der Leidenschaft fürs Brauen nicht nur emotionale Werte, sondern auch zehn Grundsätze für besseres Bier”.

Mann

Bernd mit dem Brauerstern mit den Farben seiner Zunft-Verbindung

Willkommen im Donaubierland

Mit dem Branding Brewing der Submarke “Donaubierland” ist Donaubergland-Chef Walter Knittel und seinen Kooperationspartnern von der Hirschbrauerei und dem Freilichtmuseum ein kleiner Coup gelungen. Donaubierland fügt sich nicht nur hervorragend in die Junge Donau-Kampagne der Deutschen Zentrale für Tourismus und den von der Tourismus Marketing BW ausgerufenen Biersüden ein, sondern nimmt auch Bezug auf die kulturelle Bedeutung des Bieres entlang des Europastromes. Diese ist durchaus bedeutend, alleine wenn man bedenkt, dass eine der ältesten Urkunden, die im frühen Mittelalter entstand, im Jahre 764 die Lieferung von Braugerste von Geisingen nach St. Gallen bezeugt.

Vielfalt genießen

Das Fest war auch Anlass für die Brauer mit Leib und Seele, ihren traditionellen Weizenbieranstich durchzuführen. Acht Brauer brachten ein paar Hektoliter Weizenbiere mit und ermöglichten in Verbindung mit den Bier500-Glaskrügen eine Verkostung ihrer Spezialitäten. Insgesamt waren sogar elf Brauereien vor Ort, die ebenfalls ihre Biere und ihr Können zeigten. Überall konnte man etwas über Bier lernen. Alte Transportfahrzeuge gab es ebenso zu bestaunen wie ein Theaterstück über das Reinheitsgebot vom Chefbrauer der Hirschbraueri Honer, Thorsten Jauch.

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Bierblechmusik

Natürlich gehört zu einem Bierfest auch eine Musikkapelle, die mit ihren Blechen die Stimmung anregt. Es kam die Musikkapelle aus Neuhausen und das Bläserensemble Rehragout. Zum geselligen Blech kam etwas unscheinbar das gelehrige Blech. Heute spricht man wie selbstverständlich von einer Kiste oder einem Kasten Bier, doch früher waren die Träger weder aus Kunststoff noch aus Holz, sondern aus Blech. Und deshalb holte man sich bis in die 1960er Jahre ein “Blech Bier”. Heute existiert dieser Begriff bestenfalls umgangsprachlich für eine Dose Bier.

Ein BLechträger mit Bierflaschen