Baden-Württemberg ist Bierland!

Zwei Männer auf PRessekonferenz

Optimitisch schauen Tourismus-Minister Alexander Bonde (re.) und TMBW-Chef Andreas Braun in die Zukunft des Urlaubslandes Baden-Württemberg

Das Ministerium für ländlichen Raum und die Tourismus Marketing Baden-Württemberg nutzten die CMT zum Rückblick auf ein erfolgreiches Branchenjahr 2015 und zum Ausblick auf die Trends und Aktivitäten im laufenden Jahr 2016.

Erneut Zuwachsraten im Ländle

“Die Stimmung beim Tourismus ist hervorragend”, kommentiert Minister Bonde die aktuellen Zahlen. 4,6% mehr Gästeankünfte und 3,5% mehr Übernachtungen sind markante Zuwachsraten. Wachstumstreiber Nr. 1 sind dabei die ausländischen Gäste. Deren Ankünfte sind um 8,6%, deren Übernachtungen um 7,8% gestiegen. Die Nationalitäten der Reisenden überraschen teilweise. Sie stammen zum großen Teil aus China, den arabischen Golfstaaten oder Israel, innerhalb Europas aus Spanien, Italien, der Schweiz und Österreich. Ganz vorne mit dabei: unsere Nachbarn aus Frankreich.

Industrielle Ausmaße

Hinsichtlich der Wertschöpfung geht man mittlerweile davon aus, dass der Tourismus in Baden-Württemberg rund 300.000 Arbeitsplätze mit einem Anteil am Inlandsprodukt von mindestens 2.8% einnimmt. Die ungenauen Angaben mit “rund, etwa, mindestens usw.” haben zwei wichtige Ursachen: die genauen statistischen Zahlen liegen erst im Februar vor und die Evaluationsmethoden werden derzeit überarbeitet. Andreas Braun, Geschäftsführer der TMBW, erklärt dazu, dass mit aktualisierten Methoden die Querschnittserträge besser einbezogen und die Messungen damit genauer gemacht werden. Viele wirtschaftliche Effekte, die dem Tourismus zugeordnet werden, bleiben bei den derzeit angewendeten Messmethoden außen vor.

Die Junge Donau-Kampagne zieht an

Im Vergleich mit den Top-Destinationen in Baden-Württemberg ist die Junge Donau noch immer ein eher unbestelltes Feld. Seit 2015 läuft unter der Federführung der Deutschen Zentrale für Tourismus die Markenkampagne Junge Donau, die für eine touristische Belebung der Region und die Erschließung ausländischer Quellmärkte sorgen soll.

Screenshot die-junge-donau.de

Die Junge Donau-Kampagne wartet mit vielen Events und Arrangements auf.

Die umfassende Kooperation trägt bereits erste Früchte: “Viele Touristiker entlang der Donau sind begeistert”, sagt Andreas Braun über die baden-württembergischen Donau-Partner. Man ist überzeugt, dass man mit den vielen Traditionen antlang der europäischen Lebensader bei den diesjährig anvisierten Quellmärkten USA und Italien punkten und somit die allgemeine Entwicklung auch an der Jungen Donau fortsetzen kann.

Zwei Wanderer mit Bier auf Holzstock

Das Cover der neuen Biersüden-Broschüre der TMBW

Event-Tourismus im Trend

Ab dem kommenden Jahr will man sich zunehmend dem Event-Tourismus zuwenden, um die Potentiale im Ländle besser zeigen und schöpfen zu können. Andreas Braun betont hierzu: “Viele Destinationen können sich durch Events überhaupt erst richtig bekannt machen”. Als Beispiele nennte er das Cannstatter Volksfest als Großveranstaltungen, aber auch unbekanntere Angebote wie die Chrysanthema in Lahr und nicht zuletzt die Schwäbisch-Alemannische Fasnet, in dem die Tradition des UNESCO-Welterbes erlebbar wird und für eine zusätzliche Belebung außerhalb der Saison sorgen soll.

Bier, Barock und Bikes

Brauereien, die Oberschwäbische Barockstraße und der Dauerbrenner E-Biking bieten reichlich Stoff, um die Pläne für 2016 umzusetzen. Das 500jährige Jubiläum des deutschen Reinheitsgebotes von 1516 verordnet den Winzern eine kleine Pause auf der touristischen Bühne. 2016 gehört dem Biersüden. Mit dem Jubiläum rücken die Brauereien ins Blickfeld, die häufig als regionale Erlebnisorte mit Führungen, Brauseminaren, Biermenüs, Biergärten oder speziellen Festen die kulturelle Tradition und hochwertige Produktqualität im Land der 1000 Biere beleuchten. Viele Brauereien haben sich Besonderes einfallen lassen, um das Bier auch touristisch einen gewichtigen Platz zu erobern. An der Jungen Donau haben Donaubergland Tourismus GmbH und die Hirschbrauerei Wurmlingen das Donaubierland ausgerufen. Die Hirschbrauerei, die zur Qualitätsinitiative “Die Brauer mit Leib und Seele” gehört, veranstaltet beispielsweise an ihrem Standort Wurmlingen bei Tuttlingen am 23. April, dem Tag des deutschen Bieres, eine Freibierstunde in den ortsansässigen Wirtshäusern. Ob dann diejenigen als besonders trendy gelten, die im Glocken- oder Gehrock mit Dreispitz und Perücke auf dem Pedelec anreisen, darf man getrost noch offen lassen. Die Einheimischen jedenfalls sind dank der Fasnet einiges gewohnt.