Das Tuttlinger Haus

Foto: Stadt Tuttlingen/Arno Specht

Symbol der Tuttlinger Stadtgeschichte mit neuen Exponaten

Poträt

Carl Leonhard von Uber, der Stadtplaner des neuen Tuttlingen

Nichts in der jahrhundertelangen Geschichte der Stadt Tuttlingen war so prägend, wie die Folgen des großen Stadtbrandes am 1. November 1803. Die gesamte Innenstadt wurde ein Raub der Flammen und verschaffte dem Stadtbaumeister Carl Leonhard von Uber die Chance für sein Lebenswerk. Als Lehre aus der Zerstörung war ein Teil seines Auftrages, möglichst feuersichere Häuser zu bauen. Er ordnete die neue Stadt in quadratischen Blöcken an und entwarf hierfür die Dachform des sogenannten Tuttlinger Huts, der ein Übergreifen von Flammen auf benachbarte Häuser verhindern sollte. Eines dieser Häuser steht nahezu unverändert bis heute und bezeugt als “Tuttlinger Haus” die Architektur dieser Zeit des Neuaufbaus. Das Museum wurde mit der Hilfe umfangreichen Bürgerengagements 1997 eröffnet. Es liefert einen umfangreichen Einblick in die Bau- und Lebensweise zu Beginn des 19. Jahrhunderts. Die neuen Tuttlinger Häuser waren auch der Beginn von Etageneigentum und führte Familien zusammen, die zuvor nicht unter einem (Walm-)Dach gelebt hatten. Die Schließzeit im Winter bietet immer auch Gelegenheit, die Ausstellungsräume zu aktualisieren und neue Exponate einzureihen. Zum Saisonbeginn 2016 wurde das Zimmer erweitert, in dem es um Zugewanderte – im Volksmund „Rei´g´schmeckte“ – geht. Neue Exponate, die von Donauschwaben dem Museum übergeben wurden, ergänzen die bisherige Präsentation. Das Museum und seine Mitarbeiter laden herzlich in das geschichtsträchtige Gebäude ein.