Getreideprodukte Des Pudels Korn? Köstliches aus dem Geist der Landwirtschaft

Die Donau ist wie gemacht für eine kulinarische Reise. Sie bietet Eigenheiten, die es nur dort zu genießen gibt – selbst innerhalb Baden-Württembergs und Bayerns. Im Kern geht es dabei ums Korn. In Goethes Faust ist der Kern des Pudels nichts anderes als der teuflische Mephisto – „der Geist, der stets verneint! Und das mit Recht; denn alles, was entsteht, Ist wert, daß es zugrunde geht; Drum besser wär‘s, daß nichts entstünde“, heißt es dort. Das Lebensfeindliche besteht bei Mephisto im Willen zum Tode – ganz im Gegenteil zum jüdischen und christlichen Verständnis. Hier ist das Weizenkorn nichts anderes als Symbol ewigen Lebens. Im neuen Testament heißt es: „Wenn das Weizenkorn nicht in die Erde fällt und stirbt, bleibt es allein; wenn es aber stirbt, bringt es reiche Frucht“ (Joh 12,24). Getreide ist also weit mehr als ein Nahrungsmittel. Es ist Lebensmittel, bildet Gemeinschaft und verweist auf spirituelle Dimensionen.

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Museum der Brotkultur, Foto: Bernhard Friese

Museum der Brotkultur, Ulm

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Museum der Brotkultur

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Museum der Brotkultur 48.401000, 9.989910 Anzeige / KontaktMuseum der BrotkulturSalzstadelgasse 10 • 89073 UlmTelefon 0731 69955www.museum-brotkultur.deÖffnungszeiten tägl. 10 - 17 Uhr

Die kulturell-religiöse und andere – insbesondere die politischen – Bedeutungen von Getreideprodukten kann man in der Ulmer Altstadt im Museum der Brotkultur kennen lernen. Es ist eine der wichtigen Attraktionen entlang der kulinarischen Donau in Deutschland. Das Wissensmuseum präsentiert Getreide und Brot in seiner kulturellen, natur-, technik- und sozialgeschichtlichen Bedeutung. Brotherstellung gehört ebenso dazu wie das Verständnis von Brot als Sinnbild für Leben in der jüdisch-christlichen Vorstellungswelt. Ein besonderes Anliegen liegt auf der Auseinandersetzung mit dem Mangel an Brot bzw. Nahrung in Geschichte und Gegenwart. Hochrangige Kunstwerke des 15. bis 21. Jhd.s zeigen, wie vielschichtig das Thema in unserer Kultur verankert ist. Die Sammlung zeigt zahlreiche Kunstwerke herausragender Künstler, darunter Pieter Brueghel d.Ä., Max Beckmann, Pablo Picasso, Joseph Beuys oder Markus Lüpertz.

Ausstellung im Museum der Brotkultur

Bierregion Junge Donau

Die kulinarische Junge Donau ist wesentlich geprägt durch Bier. Dies mag zum einen daran liegen, dass fast kein Wein an der Donau produziert wird, es liegt aber auch daran, dass man heute annimmt, dass Bier sogar ein entscheidender Auslöser für die Sesshaftigkeit und den Ackerbau war. sich entlang der Donau bis heute wesentliche Bierereignisse abspielen. So gehört eine Urkunde aus dem Jahre 764 zu den ältesten frühmittelalterlichen Schriftzeugnissen, die in Geisingen die Bierherstellung belegen. Und auch die Auslobung des berühmten bayerischen Reinheitsgebotes wurde an der Donau in Ingolstadt proklamiert. Eine Brauerei ist streng genommen eine Industrieanlage. Als solche bietet aber keine andere so viele Erlebnismöglichkeiten. Brauereigasthäuser, Führungen, Brauseminare, Museen, Shops oder Events gehören längst zum Alltag, um Besucher für das Brauhandwerk zu begeistern und ihnen die regionale und vielmals ausgezeichnete Bierkultur nahe zu bringen. Auch das in Mode gekommene Craft Brewing hat an der Donau seinen Niederschlag gefunden. Neben den Standardbieren haben unzählige Bierstile, die bisher gänzlich unbekannt waren, mehr Beachtung erhalten und so manchen Bierenthusiasten hervorgebracht. Es lohnt sich, in Sachen Bier an der Donau auf Spurensuche zu gehen.

Spezialitäten zwischen Baden und Niederbayern

Egal ob badische, (ober-)schwäbische, hohenzollerische, oberpfälzische oder bayerische Spezialitäten: entlang der Donau lässt sich eine Menge entdecken. Die süddeutsche Küche ist nachhatlig geprägt durch seinen Getreideanbau und die (muskelfreien) Rezepte, die aus der landwirtschaften Kultur entwickelt wurden. Kreativität bei der Zubereitung von Nahrung war früher oft aus Not gefragt. Heute ist die Donau ein kulinarischer Erlebnisraum, der nicht nur die Traditionen landwirtschaftlicher Essenskultur lebendig hält, sondern vergessene Linien wiederentdeckt oder die traditionelle Küche mit europäischen Einflüssen verschmelzt. Träger dieses kulinarisch vereinten Europas sind die Wirte und Köche, die ihr Wissen und ihr Handwerk jenseits von Fastfood und Großhandel in ihren Landgasthöfen oder Familienhotels sinnlich erfahrbar machen und so viele Frauen und Männer an den heimischen Kochplatten und Backöfen inspirieren. Und im Umkehrschluss wandert so manches handschriftlich oder mündlich überlieferte Rezept aus Omas Küche auf den Speisekarten der Wirte in den Regionen.

Restaurants, Gasthäuser und Cafés finden Sie in der Serie “Eine kulinarische Reise mit dem Wohnmobil“, zu der dieser Artikel gehört.