Die Junge Donau ist Biersüden (10): HopfX / Hier kommt Alex…

2016 / Biervielfalt in Tuttlingen

“Hier kommt Alex…”, heißt ein Hit der Toten Hosen. Mit den Düsseldorfer Alt-Punks hat Alex Giammarinaro zumindest die Liebe zum Bier gemein. Während sich jedoch die Toten Hosen meist auf die Beteiligung an der Biervernichtung konzentrieren, hat sich Alex Giammarinaro der geschmacklichen Qualität verschrieben. Er ist Biersommelier und bietet seinen Gästen im La Siciliana‘s Tagblatt in der Tuttlinger Bahnhofstraße etwa 100 verschiedene Biersorten aus aller Welt an.

Die Küche seiner Eltern Helga und Gaspare ist original italienisch. Wein und Bier leben im “La Siciliana’s Tagblatt” in friedlicher Koexistenz. Eigentlich kein Wunder, denn Bier hat im Zweifelsfall mehr Aromen zu bieten als der im Ansehen höher stehende Wein. In seinem neuen Regal hat er alle Sorten aufgestellt, die er bisher verkostet und angeboten hat: fast 400 Flaschen zählt seine Sammlung, die auch für Marketing- und Etikettenliebhaber eine spannende Ausstellung bietet. Erstaunlich ist, dass er zu fast jedem Bier eine Geschmackserinnerung und eine Beschreibung parat hat. In den Ruf, eines der neuen Craftbeer-Lokale zu sein, will er aber nicht kommen. Er sieht ausdrücklich kein Gegenspiel von Standard- und Spezialsorten oder von regionalen und internationalen Bieren. Im Gegenteil. Es geht ihm um Vielfalt und Sensibilisierung. Deshalb bindet er auch Standardsorten in seine Tastings ein, die regelmäßig an Freitagen stattfinden. Bei den begleiteten Verkostungen stellt er immer sechs verschiedene Biere vor. Die Unterschiede zwischen verschiedenen Pilsbieren liegen ihm genauso am Herzen wie internationale (Craft-)Biere. Spezialbiere haben zwar wegen der hohen Anschaffungs- und Lieferkosten ihren Preis, aber Alex‘ Gäste schätzen das Angebot und lassen sich gerne neue Geschmäcker empfehlen.

Etiketten auf Bierflaschen

Das Bierregal im La Siciliana’s zeigt auch die Vielfalt der Flaschenformen und Etiketten, die Teil des Gesamtpaketes Bier sind.

Seit kurzem ist Alex Giammarinaro noch einen Schritt weiter gegangen. Er hat sich in seinem Haus eine kleine Brauerei eingerichtet und die ersten beiden Sorten seines Labels HopfX Bräu bereits im Ausschank: ein naturtrübes Helles und ein Red Ale. Damit gibt es neben dem Brauwerk Salvermoser in Möhringen wieder zwei Brauereien im Tuttlinger Stadtgebiet, nachdem 1996 die Pfauen-Brauerei als vorläufig letzte ihre Produktion eingestellt hat.

Dieser Artikel gehört zur Serie der Biergeschichten an der Jungen Donau anlässlich des 500. Geburtstag des Reinheitsgebotes

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