Die Junge Donau ist Biersüden (4): Adler-Blicke für Genießer

1478 / Eine der ältesten ehemaligen Brauereiwirtschaften

Das Gasthaus Adler in Leibertingen ist bekannt für seine stilvolle Einrichtung, seine gute Küche und seine gepflegte Gastfreundschaft mit ihren genussreichen Einblicken. Wenig bekannt ist, dass es sich um einen der ursprünglichen Brauereigasthöfe aus dem Mittelalter handelt, die noch heute existieren.

Dort, wo sich heute das Café Augenblicke und der Restaurantkeller Weinblicke befinden, wurde im Mittelalter eine Brauerei errichtet. Dazu gehörte auch der bis heute existente Eiskeller des Anwesens, wo das aus dem Eisteich geschlagene Eis eingelagert wurde. Dadurch konnte die Reifelagerung von Bier bis in den Mai oder Juni hinaus gezogen werden.

Mit Hilfe dendrochronologischer Untersuchungen konnte man den Keller auf das Jahr 1478 datieren. Im Café Augenblick mit seiner schönen Einrichtung im Landhausstil genießen Gäste heute Kaffee und hausgemachte Kuchen von Inhaberin Claudia Biselli-Veeser. Einst standen hier Sudpfanne und Läuterbottich. Im darunter liegenden Gewölbekeller lassen sich Gruppen in der besonderen Atmosphäre des mittelalterlichen Ambientes die Menüs von Peter Veeser bei vielseitigen Weinblicken munden. Ursprünglich war dies – so die Vermutung – der Gärkeller der Brauerei. Originale Haken aus dem Mittelalter legen nahe, dass hier Winden verlegt warn, an denen die Fässer aus der Brauerei in den Keller und von dort durch eine kleine Öffnung nach außen in den Eiskeller transportiert wurden. Die Geschichte der Brauerei im Leibertinger Adler endete 1903. Anschließend bezog man das Bier von der Brauerei Pfauen in Tuttlingen, heute von der Hirschbrauerei in Wurmlingen.

Dieser Artikel gehört zur Serie der Biergeschichten an der Jungen Donau anlässlich des 500. Geburtstag des Reinheitsgebotes