Die Donauquelle am Ursprung Europas in Donaueschingen

Mit viel Engagement und Geduld hat die Stadt Donaueschingen vor drei Jahren begonnen, die etwas in die Jahre gekommene Donauquelle zu sanieren. Die Arbeiten sind mittlerweile beendet und das Ergebnis kann sich zweifelsohne sehen lassen. Auch der Bereich um die Stadtkirche St. Johannes und der Lammplatz wurden in den letzten Jahren barrierefrei erneuert. So zeigt sich das Herz der Stadt heute zugänglicher, weiträumiger, heller und erlebbarer.

Die Donauquelle von oben

„Mutter Baar weist ihrer Tochter Junge Donau den Weg (nach Europa)“, sagt man in der Residenzstadt am Rande des Schwarzwalds über die berühmte Skulptur des Bildhauers Adolf Heer. Die Donauquelle im Fürstlichen Schlosspark ist ganzjährig eine Reise wert. Der Zauber der Karstaufstoßquelle fasziniert Jung und Alt aus nah und fern.

Baar-Donau-Skulptur von Adolf Heer

Ob internationale Bustouristen oder einheimische Schwarzwälder: alle rühmen die Donauquelle durch ihren Besuch und verschiedene Rituale. Bei der feierlichen Einweihung der tanzten Politiker, Fürstenhaus und Bürgerschaft rund um die Quelle und die Johanneskirche den Donauwalzer. Ein gängiger Brauch gilt den persönlichen Wünsche. Damit sie wahr werden, werfen die Besucher hinterrücks eine Münze in die Donauquelle. Die Angler mit Magneten lassen meist auch nicht lange auf sich warten.

Ein hoch

Menschen werfen Münzen in die Donauquelle

Beim Donauquellfest 2016

So hochkultiviert die Donauquelle zu allen Jahreszeiten einlädt, so ist sie auch ein besonderes geologisches Phänomen. Dort, wo sich heute der fürstlich-fürstenbergische Park zwischen Donauquelle, Residenz und dem Zusammenfluss von Brigach und Breg entfaltet, befand sich ursprünglich das Donaueschinger Ried, an dessen östlichem Ende die Donau abfloss. Mit der Trockenlegung dieses Sumpfgebietes kamen zahlreiche Karstquellen zum Vorschein, von denen sich die Quelle des Donaubachs als offizielle Donauquelle durchgesetzt hat. Diese Karstquellen treten an den Schwellen von Muschelkalk und Keupergesteinsschichten ans Tageslicht, die zwischen Schwarzwald, Schwäbischer Alb und Hegau die Baar markieren.

Fürstliches Schloss in Donaueschingen

Seit Anfang des 18. Jahrhunderts residierten die Fürsten zu Fürstenberg in Donaueschingen. Bei Urbarmachung des Rieds begradigte man die Brigach und legte den einst längeren Donaubach auf kürzestem Weg von der Quelle in die Brigach. Vermutlich ahnte man damals nicht, dass diese Maßnahmen zu langen Auseinandersetzungen um den Standort der Donauquelle führen. Der Merkvers „Brigach und Breg bringen die Donau zuweg“ trägt bei der Beschreibung der Donauquelle nicht unbedingt zur Klärung bei, denn wichtiger ist der heute unterirdisch fließende Donaubach.

Zusammenfluss von Brigach und Breg

Die Donauquelle in Stadtführungen erleben

Die Donauquelle und die gesamte Stadt liefern zahllose Geschichten, die man auf den Stadtführungen in Donaueschingen nacherleben kann. Überall in der barocken Residenzstadt geht es um eine legendäre Quellkönigin, römische Geschichtsschreiber, fürstliche Familien, kaiserliche Besuche, ein zugezogenes Zimmermädchen oder Genüsse mit und ohne Bier. „Die Donauquelle“, „Donaueschingen märchenhaft“, „Stadtgeschichten im Belvedere“ oder „Licht- und Schattenspiele“ heißen einige der Führungen. Und wer mehr über den Gesteinsreichtum der Stadt und der Baar erfahren will, sollte einen Abstecher in den geologischen Garten am Bahnhof machen. Dort kann man anschaulich erfahren, welche Gesteinsarten rund um Donaueschingen aufeinander liegen.

Martina WIemer während einer Stadtführung

Stadtführerin MArtina Wiemer vopr dem blauen Jugendstil-Rathaus (o.). Neues Donaudenkmal mit dem Verlauf der Donau durch Europa am Aufzug zur Donauquelle.

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