Flüssiges aus Streuobst

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Zwischen alkoholfreiem Hochgenuss und edlen Destillaten

Was kann man mit Streuobst nicht alles anfangen? Der Direktverkauf von Früchten oder die Produktion von Säften lag und liegt nahe. Doch die Verflüssigung von Äpfeln, Birnen oder Kirschen hört bei den bekannteren Saftmarken noch lange nicht auf. Über viele Jahrzehnte und Generationen haben kreative Cleverle eine unerschöpfliche Palette an Getränken aller Art entwickelt: Säfte, Schaumweine, Liköre, Destillate oder vieles mehr. Sie entlocken Zunge und Gaumen ganz eigene Freuden, die es nur im Schwäbischen Streuobstparadies gibt.

Die vielen Hofläden und Spezialgeschäfte sind nicht nur wegen ihrer regionalen Qualitätsprodukte einen Besuch wert, sondern auch wegen ihrer Atmosphäre. Die vielen Hofläden und Spezialgeschäfte im Schwäbischen Streuobstparadies sind auch wegen ihrer Atmosphäre einen Besuch wert.

Die als Brandstifter bekannt gewordenen Destillateure greifen Trends auf oder setzen sie sogar. “Der Regionalitäts-Boom hilft uns. Durch die Öffentlichkeitsarbeit verstehen die Menschen besser, was natürliche Produktion bedeutet. Dadurch steigt auch die Bereitschaft, etwas mehr zu bezahlen”, sagt Maria Schropp, Geschäftsführerin des Schwäbischen Streuobstparadieses. Denn eines sollte auch deutlich sein: Qualität hat auch in der Produktion ihren Preis, sonst gäbe es solche Massenerscheinungen wie Saftkonzentrate gar nicht. Wer also naturbelassene, gesunde und geschmackvolle Getränke mit vielen Vitaminen bevorzugt, muss zwar etwas tiefer in die Tasche greifen, kann dafür aber sicher sein, Top-Produkte zu erhalten. Die Obsttüftler haben seit einigen Jahren die besondere Aufgabe, die demografische Entwicklung, das aktuelle Gesundheitsbewusstsein, Wellness-Bedürfnisse oder religiöse Einflüsse mit ihrem Wissen und Können zu wohlschmeckenden Kredenzien zu vereinen. Leicht gesagt, aber schwer umzusetzen sind die Qualitätsansprüche: “Der Gast darf den Alkohol nicht vermissen.”

Manufaktur Jörg Geiger

In Jörg Geiger begegnen wir so etwas wie dem internationalen Star unter den Streuobst-Produzenten. Einst belächelt, hat sich seine Manufaktur durch seine ungewöhnlichen und zugleich gefragten Getränkekreationen einen überregionalen Ruf verschafft. Auf seinem Weg entscheidend war auch die Liebe zu alten Apfel- und Birnensorten. Symbolisch dafür steht das Kürzel CBB für Champagner Bratbirne und den daraus gewonnenen Schaumwein. Diese Sorte gilt als Speiseobst als quasi ungenießbar, aber beim Vergären und Keltern entwickelte sie hervorragende Aromen. Das Sortiment seiner Hochqualitäts-Produkte für gehobene Segmente hat er über die Jahre kontinuierlich ausgebaut. Immer wieder arbeitet er dabei auch mit befreundeten Kollegen zusammen, die ihre Kenntnisse teilen, um neue Kreationen zu entwickeln.

Jörg Geiger im hauseigenen Laden

Jörg Geiger im hauseigenen Laden

Bekannt ist die Manufaktur Jörg Geiger auch für ihre alkoholfreien Cuvées. Die mit Kohlensäure versetzten und Prisecco (“Prickelt wie ein Secco”) genannten Säfte werden mit unterschiedlichen und ungewöhnlichen Aromen kombiniert. Dazu gehören beispielsweise Rote Beete, Eichenlaub oder Douglasienspitzen oder auch Gewürze. ungewöhnliche Aromakreationen auch mit Gewürzen. Martin Kössler, passionierter Weinhändler aus Nürnberg und Veranstalter von Sensorik-Seminaren ist überzeugt von den Aromafeuerwerken aus der Manufaktur Jörg Geiger und muss entgegen seiner Geschäftstrategie anerkennen: “Für so etwas gibt es einen wachsenden Markt.” Einmalig sind auch Jörg Geigers im Sherry-Verfahren hergestellten Liköre auf Kirsch-, Birnen- oder Apfelweinbasis, die mit Bränden versetzt werden und im Holzfass reifen. Im hauseigenen Restaurant, dem Lamm in Schlat, kann er mit wechselnden Getränkekreationen die Menüfolge in besonerer Weise begleiten. Einen vollständigen EInblick zu den ganzjährigen und saisonalen Kreationen gibt es auf der Internetseite der Manufaktur Jörg Geiger.

Vor der Brennerei sammeln sich die sortierten Sorten

Vor der Brennerei Kottmann wird sortenrein gesammelt

Brennerei und Destithek Kottmann

Wer bei August Kottmann etwas über Brände lernen will, begegnet immer auch mit der Kultur des Genusses. Wer belehrt werden will, spricht am besten in seiner Gegenwart von “Schnaps” und lepperd in oim Zug a Gläsle runter. Da kommt Stimmung auf, schließlich weiß doch jedes Kind aus dem Chemie-Unterricht: “Alkohol isch koi Lösung, Alkohol isch a Destillat.” Wer ein Grundgefühl für feine Destillate hat und Zunge und Gaumen mit den Aromen zahlreicher alter und neuer Sorten verwöhnen will, ist in der Destithek im Hirschen in Bad Ditzenbach genau richtig. Seit sein Sohn Andreas 2011 die Rolle des Chefkochs im familieneigenen Hotel-Gasthof Hirsch in Bad Ditzenbach-Gosheim übernommen hat, kann sich August Kottmann verstärkt um seine Passion kümmern. Leidenschaftlich produziert er edle Destillate. Die ganz speziellen Aromen gewinnt er beispielsweise aus Remelesbirnen, Wilde Eierbirnen, Nägelesbirnen, Palmischbirnen, Gewürzluiken, Bohnäpfeln, Rosenäpfeln, Zibärtle, Schlehe, Ebereschen, Wildzwetschgen oder Dürlitzen. Die Kottmannschen Destillate sind also letzlich nichts anderes als aromatische Konzentrate urschwäbischer Geschmacksquellen. Den Versuch einer Übersicht findet man auf der hauseigenen Internetseite: Kottmanns Destithek.

Im Berghof Rabel gibt es Whisky aus Weizen und Dinkel, Whiskylikör und Whisky-Marmelade

Im Berghof Rabel gibt es Whisky aus Weizen und Dinkel, Whiskylikör und Whisky-Marmelade

Owen, Whiskyhauptstadt Deutschlands

Seit 2012 in Owen der Schwäbische Whisky-Walk eröffnet wurde, setzte ein regelrechter Medienhype ein. Zumindest gemessen an den gut 3000 Einwohnern, die in Owen 31 Brennereien betreiben. Drei der Destillateure sind Schwäbische Whisky-Brenner und haben bereits zahlreiche Fernseh-Teams nach Owen gelockt. Das Kleinstädtchen ist zur Whisky-Hauptstadt Deutschlands geworden und beim Branding der Burner im Suabian Whisky-Hype. “Läpperleswasser geit’s do koins”, verkündet Whisky-Botschafterin Angela Weis. Thomas Rabel, einer der drei Whiskybrenner, sucht mittlerweile ein gesundes Maß bei der touristischen Vermarktung. “Wenn man zu viele Führungen und Verkostungen macht, macht es irgendwann keinen Spaß mehr und die Glaubwürdigkeit geht verloren”, sagt er. Trotz der Leidenschaft fürs Destillieren ist Maß halten ist auch beim Eigenverbrauch gefragt. Obwohl sich Rabel selbstironisch als Berufsalkoholiker bezeichnet, konsumiert er den eigenen Whisky nur noch beim Verkosten während der einzelnen Produktionsprozesse. “Das reicht.” Geduldig erklärt er seinen Gästen den Brennprozess von der Maische bis zur Abfüllung, wobei wir das Fass mit der Lagerung an dieser Stelle gar nicht erst aufmachen. Fest steht: selbst aus einem 3000-Seelen-Ort kann sehr Gutes kommen. Die drei Owener Whisky-Destillateure: Berghof Rabel, Destillerie Dannes und Spirituosen-Manufaktur Gruel.

Dieser Artikel ist entstanden in Zusammenarbeit mit unseren Kommunikationspartnern: Tourismus BW Marketing GmbH, Schwäbische Alb Tourismus und Schwäbisches Streuobstparadies. Hierfür herzlichen Dank. Dieser Artikel ist Teil unserer Serie über das Schwäbische Streuobstparadies.