Freilichtmuseum Neuhausen “Wir machen Geschichte!” – das Freilichtmuseum Neuhausen ob Eck

Im Freilichtmuseum Neuhausen ob Eck taucht man ein in die Vergangenheit: Da zieht tatsächlich die Schweinehirtin mit ihren Schwäbisch-Hällischen Landschweinen durch das Dorf, der Hammer klingt aus der Schmiede, im Schwarzwald-Tal rattert die Sägemühle und im Kaufhaus am Dorfplatz gibt es die vielen Dinge, die wir von früher kennen. Jedes der Häuser hat seine eigene Geschichte zu erzählen – und die der Menschen, die hier gelebt und gearbeitet haben. Das Freilichtmuseum bietet laufend kulturelle Veranstaltungen. Zu den großen Festen gehören der Fuhrmannstag im Juli und die Kirbe im Oktober. Fast täglich finden Kurse, Konzerte und vieles mehr statt.

Kulinarische Entdeckungen

Dabei gibt es auch vieles rund um das Thema Kulinarik zu entdecken. Im April wird jedes Jahr der beste Most der Region gekürt, umrahmt von kulturhistorischen Exkursen zu Apfel und Most, Musik und Gesang! Beim Biertag Mitte Juni dreht sich alles um den beliebten Gerstensaft und die Backkunst: eine Besonderheit ist das „wilde“ Bier, das ohne Zusatz von Hefe wie im 16. Jahrhundert gebraut wird. Zur Kirbe, dem großen Museumsfest am ersten Oktoberwochenende wird schließlich traditionell ein Schwein geschlachtet. Einen besonderen Blick auf das Museumsdorf erlaubt auch die Führung „Hopfen und Schmalz? – Ernährung früher“. Bei der 90-minütigen Führung werden schwerpunktmäßig die Küchen, Keller und Lagerräume des Museums besucht. Und es werden viele spannende Fragen beantwortet: Wie war das Leben ohne Kühlschrank und fließend Wasser? Wie wurde Essen zubereitet, wie sah es mit der Hygiene aus?

Fuhrwerk Hirsch-Brauerei im Freilichtmuseum Neuhausen

Schweinehut im Freilichtmuseum Neuhausen

Warum die Schwäbisch-Hällischen Landschweine im Freilichtmuseum Neuhausen frei herum laufen…

Zu den großen Themen unter den vielen historischen Rekonstruktionen und ihrer kulturellen Pflege auf dem weitläufigen Gelände im Freilichtmuseum Neuhausen ob Eck gehört die Aufzucht Schwäbisch-Hällischer Landschweine in den Bedingungen des 18. Jahrhunderts.

Schweine in umzäunter Weide

Die historische Schweinehut

Das Besondere daran ist die seit dem frühen Mittelalter des karolingischen 8. Jahrhunderts maßgebliche Dreifelderwirtschaft. Im Freilichtmuseum praktiziert man seit vielen Jahren die authentische Nachstellung dieser Form der Dorfflur-Bewirtschaftung. Erst Anfang des 19. Jahrhunderts kam der Wechsel, als man die Tiere ganzjährig im Stall füttern konnte. Bis dahin suchten die Schweine im Frühjahr auf brachliegenden Äckern oder im Herbst auf abgeernteten Feldern ihr Futter in der Natur. Es gab seinerzeit einen Schweinehirten für alle Bauern, der den Flur- und Hutzwang umsetzte. Das bedeutet, dass die Bewirtschftung der Felder und das Weiden der Tiere streng reglementiert waren. Diese Hutweidewirtschaft (von „unter Obhut weiden“) wird im Freilichtmuseum nachgelebt, vermittelt und wissenschaftlich untersucht.

Schweinehirtin mit Kindern

Täglicher Rundgang

Ab Mitte Mai geht die Schweinehirtin jeden Tag um 14.00 Uhr mit ihrer Herde über das Gelände des Freilichtmuseums, um die Tiere auf ausgesuchten Weiden und im Wald ihr Futter suchen zu lassen. Besonders interessant ist dabei die Frage, wie sich die Landschaft unter dem Einfluss der Dreifelderwirtschaft entwickelt. Sollte man unbedingt ansehen. Das Freilichtmuseum Neuhausen ob Eck ist täglich außer Montag geöffnet von April bis Ende Oktober von 9.00 bis 18.00 Uhr, der Einlass ist bis 17.00 Uhr.

Die Spielleut G'hörsturz Auf der Kirbe gehören die Spielleut G’hörsturz zu den Stammgästen, die nicht nur vor dem Kaufhaus PFeiffer, sondern auf dem gesamten Gelände ihre Lieder spielen.