Heimathelden Hintergrund Hirsch-Brauerei, Wurmlingen: Wo Bier Europa- und Weltmeister ist

Wer die Hirsch-Brauerei in Wurmlingen bei Tuttlingen besucht, betritt die führende Brauerei der Junge Donau Bierregion. Region bedeutet hier in erster Linie Nähe, Nähe zu den Menschen, den Bierliebhabern, den Vereinen, zu Institutionen und Erzeugern.

Europa- und Weltmeister: Bier ist das Gold der Heimat

Der Hirsch-Brauerei gelingt etwas, wovon die deutsche Fussball-Nationalmannschaft in letzter Zeit nur träumen konnte. Sie gewinnt regelmäßig Gold- und Silbermedallien bei den härtesten Bier-Wettbewerben der Welt. Beim European Beer Star 2018 gewann die Hirsch-Brauerei in gleich zwei Kategorien: die “Hirsch Sport Weisse” und die “Hirsch Kristall Weisse” wurden Sieger in ihren Kategorien.

Wie schwer diese Auszeichnung zu erringen ist, zeigt schon das Kriterium des Wettbewerbs, wonach für jeden Bierstil nur eine Goldmedaille verliehen wird. Die beiden Weizenbierstile der Hirsch-Brauerei stechen aus 2344 Bieren hervor. Ähnlich erfolgreich rangierten die Wurmlinger Brauer auch beim World Beer Award, wo das „Hirsch Gold“ mit Gold und die „Hirsch Dunkle Weisse“ mit Silber ausgezeichnet wurden.

Die unzähligen Prämierungen der Qualitätsbiere zum Beispiel durch die DLG gehen angesichts dieser Prämierungen schon fast unter. Würden die Auszeichnungen nicht in hartem Wettbewerb stehen und strengen Qualitätsregeln unterliegen, könnte man glauben, die Wurmlinger Biermacher hätten einfach ein Abonnement bestellt. Doch dahinter steckt viel harte Arbeit.

Profiteure dieser Anstrengungen sind Biertrinker vor Ort, in den regionalen Gastronomien und zu Hause, schließlich ist geschmackvoller Biergenuss garantiert. Und für Qualität sind die Fans auch bereit, etwas mehr Geld auszugeben. Doch trotz der Auszeichnungen wird nicht nach Belieben expandiert. 90 km heißt der Zauberradius um die hauseigene Quelle: diese Entfernung überschreitet man nur in Ausnahmefällen.

Hirsch-Brauerei Museum

In der Hirsch-Brauerei ist Brauen Goldschmiedekunst

Beim Brauen und der Weiterentwicklung der Produktpalette ruhen sich die Wurmlinger Biermacher nicht auf den längst erworbenen Lorbeeren aus. Nicht ohne Grund prangt auf den hauseigenen Lastwagen der Slogan: „Das Gold unserer Heimat“.

Die Hirsch-Familie pflegt ein Näschen für Entwicklungen und Aromen, um dem Biermachen in Vielfalt, Geschmack und Qualität Leben einzuhauchen. Jüngstes Beispiel ist das Donauradler. Es muss nicht alles glänzen, was Gold ist, dachten sich die Bierfinder und mischten natürliche Produkte (Zitronensaft und Zucker) mit dem Premium Gold-Export zu einem handlichen, fruchtigen und erfrischenden Genuss in der 0,33 l-Flasche.

Ob das neue Kultgetränk zur Verführung oder zur Bekehrung wurde, ist stellenweise vielleicht nicht ganz klar, aber fest steht: viele Frauen, die bis dato alles getrunken hätten außer Bier, haben sich vom Donauradler überzeugen lassen. Die Hirsch-Brauerei hat sich einen neuen Absatzmarkt geschaffen, der mit den allgemeinen Trends zu Regionalität, Natürlichkeit und Gesundheit harmoniert.

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Bier zum Anfassen

Vor Ort begrüßt die Hirsch-Familie die Gäste in der Bierwelt aus Brauereigaststätte, Lädele, Biermuseum und Seminar-Brauerei zu Themenevents rund ums heimische Bier. Dazu gehören Brauereiführungen, Feste, Biermenüs oder die kreativen Brauseminare, bei denen Gäste in das alte Handwerk eingeführt werden.

Nie ist man der Bierqualität so nahe wie am Zwickel. So heißt nicht nur der kleine Zapfhahn direkt am Lagerfass, sondern in der Hirsch-Brauerei auch eine der Biersorten. Der unfiltrierte Gerstensaft kann während einer Führung direkt neben der hauseigenen Quelle verkostet werden. Wenn Braumeister Thorsten Jauch und seine Guides das Parkett betreten, fängt die Freude am Bier so richtig an.

Der Wurmlinger Chefbrauer ist nicht nur seit über 25 Jahren einer der Garanten für beste regionale Qualität, sondern weiß den Besuchern die Vorzüge der Hirschprodukte lehrreich und amüsant zu vermitteln. Kein Wunder also, dass der Hirsch vielen das Symbol für Heimat schlechthin ist.

Wer einen ganzen Tag im Zeichen des Hirschen verbringen will, kann die Bierwelt in der Brauerei mit einem Besuch im Hirsch-Erlebniswald in Mahlstetten verbinden.

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1782 / Die Hirsch-Brauerei in Wurmlingen

Die Hirsch-Brauerei in Wurmlingen spielt in der Bierregion Junge Donau eine besondere Rolle. Sie ist eigentlich eher Seinswelt denn Produktionsstätte. Kein Wunder also, dass man sich auch über die kommerziellen Notwendigkeiten hinaus für Vereine, Sport, Kultur und Tourismus engagiert. Gastfreundschaft als Teil des Kulturgutes Bier demonstriert man in der Hirsch Bierwelt.

Die Kombination aus Brauereigaststätte und Eventbereich bietet Platz für Bierkultur zwischen Feierabendhalbe und Bier-Menü, Führungen durch die Produktion und Brauseminare auf einer kleinen Anlage im traditionsreichen Ambiente des Bier-Museums. Unbestritten nimmt Bier in der Jungen Donau in Geschichte und Gegenwart eine herausragende Rolle ein.

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Mitten in der Junge Donau Bierregion

Die Verankerung in der Region demonstriert man in besonderer Weise in ein Kooperationen von Tourismus-Marketing-Organisationen, Gastronomen, Vereinen und anderen “Bierbetroffenen”. Dies ist nicht nur eine Tugend aus Not, weil man im Gegensatz zu anderen Destinationen in Baden-Württemberg keinen Wein anbaut.

Damit signalisiert man die geschichtliche Bedeutung des Bieres enlang der jungen DOnau und tritt für regionale Qualität der Produkte ein. Die Zusammenarbeit in der Vermarktung der Aktiv- und Genussregion steht exemplarisch für Querschnitte in der Strategiebildung.

Bierwelt mit Essensgästen in der Hirsch-Brauerei

Großen Anklang fanden die Biermenüs in den heimischen Gastronomien.

Während der zentralen Feier anlässlich des 500jährigen Jubiläums des deutschen Reinheitsgebotes in Baden-Württemberg präsentierten die „Brauer mit Leib und Seele“ während ihres traditionellen Weizenbieranstichs ihre Qualitätsvorstellungen für regionale Biere.

Hirsch-Brauerei Garderobe

Die “staatstragende” Geschichte der Hirsch-Brauerei

Angefangen hat all dies in Wurmlingen, als 1782 der damalige Wirt Ludwig Eble aus der Schildwirtschaft eine Brauereiwirtschaft macht. Dieser Schritt verschafft ihm zügig so viel Anerkennung, dass er von der Benediktiner-Abtei St. Blasien als Architekturberater nach Grafenhausen gerufen wurde, um die Gaststätte zum Rothen Haus ebenfalls um eine Brauerei zu erweitern.

Entgegen der zeitlich befristeten Verträge behielt man Ludwig Eble kurzerhand als Chefbrauer und Pächter. So entstand die spätere Badische Staatsbrauerei Rothaus. Die noch junge Hirsch-Brauerei in Wurmlingen blieb dennoch bis heute im Besitz der Familie, deren Name durch Heirat oder Verschwägerung von Eble zu Zepf und zu Honer und Lemke wechselte.

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Offen für Gäste im Betrieb

Tradition, Handwerk und Regionalität sind die drei wichtigsten Leuchttürme, um das mittelständische Unternehmen in Zeiten rückläufigen Konsums zukunftsfähig zu halten. Experimentierfreude und Erfindungsreichtum gehören auch dazu. Und de Transparenz bei der Produktion schafft Einblicke und Vertrauen in die Hirsch-Brauerei.

Man sucht laufend nach neuen Bierprodukten und schafft es immer wieder, sogar neue Zielgruppen für das Traditionsgetränk zu gewinnen, die bisher mit Bier wenig am Hut hatten. Wer mehr über die Möglichkeiten vor Ort erfahren will, liest am besten, wo Bier das Gold der Heimat ist

Dieser Artikel gehört zur Serie der Bierregion an der Jungen Donau.

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