Chorgitter Klosterkirche Inzigkofen Hohenzollerischer Jakobsweg von Inzigkofen nach Meßkirch

Kloster, Kirchen, Kapellen

Entlang des Hohenzollerischen Jakobsweges von Inzigkofen über die Teilorten Vilsingen und Engelswies bis nach Meßkirch finden Jakobspilger typische Orte des religiösen Lebens in der Region, die durch einen tief verwurzelten Volksglauben und einmalige Landschaften charakerisiert ist.

Teufelsbrücke Inzigkofen

Fürstlicher Park zu Inzigkofen

Wenn es die Zeit während einer Etappe auf dem Jakobsweg erlaubt, sollte man sich unbedingt den fürstlichen Park in Inzigkofen ansehen. Efeuumrankte Bäume in ungleichmäßiger Wegführung, Bänke, Treppen, steile Gesteinsformationen und die Teufelsbrücke bilden rund um den Amalienfelsen eine einmalige Parkanlage.

Klosterkirche Inzigkofen mit Märzewnbecher

Klosterkirche und Amalienfelsen

Die Gartenkunst wurde von der bis heute verehrten Fürstin Amalie Zephyrine inspiriert, durch deren Einfluss während der Mediatisierung der Erhalt des Fürstentums Sigmaringen-Hohenzollern möglich wurde. Sie lebte im 19. Jahrhundert im ehemaligen Augustinerinnen-Stift, deren Klosterkirche heute zur Pfarrei gehört. Die Klosterkirche von heute wurde 1780 erbaut. Das dazugehörige Augustinerinnen-Chorfrauenstift lebte seit 1412 abgekoppelt von der Pfarrgemeinde in strenger Klausur. Dies hat sich auch in der Architektur des Kirchenraums niedergeschlagen. Er ist so angelegt, dass die Nonnen an den Gottesdiensten teilnehmen konnten ohne gesehen zu werden. Alleine das dazugehörige Gitter an der Empore lohnt bis heute einen Besuch.

Amalienfelsen in der Donau

Kirche Vilsingen

Vilsingen: „Dom auf dem Lande“

Der Weg von Inzigkofen Richtung Meßkirch führt durch ruhige Felder am Waldrand, an deren Ende der Ort Vilsingen auftaucht. Prägnant erhebt sich der Kirchturm aus dem Dorfkern. Er erinnert ein wenig an das Ulmer Münster, weswegen die neogotische Pfarrkirche von den Einheimischen auch „Dom auf dem Lande“ genannt wird. Im Innern trifft man im Altar und an den Seitenwänden auf schön gefasste Heiligenfiguren. Dazu gehören Karl Borromäus mit seiner roten Kardinalstracht oder auch der heilige Meinrad, dem auch eine Einsiedlerkapelle im fürstlichen Park geweiht ist. In Vilsingen gibt es auch noch die alte Pfarrkirche, die als Friedhofskapelle genutzt wird. Sie ist die zweitälteste Kirche Hohenzollerns mit wertvollen Resten von Wandmalereien.

Blick in die Engelswieser Wallfahrtskirche

Wallfahrt zur Mater dolorosa in Engelswies

Drei Kilometer weiter kommen Jakobspilger nach Engelswies. Weithin sichtbar zeigt die gelb bemalte Kirche den Weg zur schmerzhaften Muttergottes, die eingebettet ist in ein einmaliges barockes Ensemble. Die Wallfahrt zur schmerzhaften Gottesmutter von Engelswies ist seit dem frühen 12. Jahrhundert bezeugt. In Engelswies gibt es auch eine starke Verehrung der heiligen Verena, der Schutzpatronin der Pfarrhaushälterinnen. Der Legende nach ist sie einem Hirtenjungen während einer Dürre erschienen und ließ eine Quelle entspringen. Die Engelswieser Verenakapelle liegt ebenfalls am Jakobsweg und lädt zur besinnlichen Rast ein, ehe man weiterpilgert nach Meßkirch.

Kapelle im Wald

Meßkirch: die Stadtkirche und der heilige Heimerad

Über Igelswies, wo man übrigens das Haus der Sängerinnen Anita und Alexandra Hofmann passiert, führt nach Meßkirch. Hier münden der Hohenzollerische Jakobsweg und die Via Beuronensis ineinander. Hoch auf dem Schlossberg steht die Stadtkirche St. Martin. Sie ist weithin sichtbar und zeigt bereits durch ihren Namen an, dass es sich hier um einen traditionsreichen Ort an. Vermutlich wurde der Ort im Frühmittelalter gegründet.

Stadtkirche St. Martin, Meßkirch

Die ältesten Zeugnisse von “Missankirch” stammen jedoch aus der Vita des Ortsheiligen. Der heilige Heimerad folgte Ende des 10. Jahrhunderts von hier aus seinem Pilgerweg nach Jerusalem, ehe er auf dem Hasunger Berg eine Einsiedelei gründete. Im 12. Jahrhundert – nachdem dort ein Kloster gegründet wurde – entstand hier die zweitgrößte Wallfahrt Deutschlands. Heute ist der heilige Heimerad weitgehend unbekannt, aber einige wenige Meßkircher halten sein Andenken hoch, was auch eine Statue in der Stadtpfarrkirche bezeugt. Von Meßkirch aus führt die Via Beuronensis weiter nach Wald, wo sie sich in den Hegauer und den Linzgauer Weg teilt und in zwei Varianten nach Konstanz führt.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.