Natur genießen mit Streuobstwiesen

Die Vermarktungsgenossenschaft des Naturparks Obere Donau (BODEG) wurde mit dem Umweltpreis der Sparkassenstiftung der Landesbank Kreissparkasse ausgezeichnet. Die Kurzbegründung auf der Urkunde lautet: „Kreative Streuobstprodukte für eine höhere Wertschöpfung aus heimischen Streuobstwiesen“. Dahinter steckt tatsächlich mehr, was man nicht nur am hervorragenden Naturpark Apfelsaft oder Apfelmost-Essig schmecken kann.

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Streuobstwiesen im Naturpark sind nicht zuletzt ein kleines Paradies für Fotografen. Christiane Schneck hat beispielsweise auf ihren Bildern ein altes Ruhebänkle und die Apfelblüte eindrucksvoll eingefangen.

Work-Life-Balance im Naturpark Obere Donau

Bei Streuobstprodukten beginnt die Qualität regionaler Produkte bereits im Boden und wird durch die Pflege der einmaligen Kulturlandschaft zu einem komplexen Wertschöpfungssystem. Die Forstwirtschaft-Studentin Samantha Giering hat in ihrer Bachelorarbeit die bis dahin teilweise undokumentierten Fakten zusammen getragen. Momentan liefern 35 Partner von 1.500 Streuobstbäumen, hierunter 1.200 Apfel- und Birnbäumen, Streuost an die BODEG. Die neue Sortenbestimmung ergab eine beeindruckende Artenvielfalt von alleine 100 Apfelsorten. Der für Streuobstwiesen typische Verbund mit dem dazugehörigen Grünland bietet eine reiche Struktur. Ökologisch wichtig sind beispielsweise die 500 Baumhöhlen, in denen Vögel, Siebenschläfer, Hornissen und andere Arten nisten können. Dabei geht es nicht um Naturromantik. Bei der Nutzung des Streuobstes spielen die Bewohner eine entscheidende Rolle. Die Vögel in diesem Lebensraum sorgen durch das Fressen von Schädlingen dafür, dass dieses Ökosystem pestizidfrei bewirtschaftet werden kann.

Blick in Naturladen
Das Haus der Natur bietet nicht nur Apfelsäfte und -essige, sondern auch Filz- und Imkerprodukte an.

In Zukunft Potentiale fördern

Für die Menschen bedeutet das: Bewahrung alter Kulturlandschaften als Arbeits- und Erholungsgebiet und qualitativ hochwertiges Obst. Die Potentiale sind noch lange nicht ausgeschöpft. Samantha Gierings Arbeit dient auch der Erforschung der Nutzungseignung. So will man in Zukunft die Produktion sortenreiner Destillate oder weiterer Essig-Variationen voranbringen. Dies ist auch für die Obstbauern attraktiv, denn die BODEG bezahlt pro Doppelzentner vier Euro über dem jahresüblichen Marktwert. Das kann je nach Ertrag einen Aufpreis von 100% oder mehr ausmachen. Im Sinne wirtschaftlicher Vernunft unterliegt die BODEG aber auch gewissen Zwängen, denn einerseits muss man auf dem Markt mit vielen Billigprodukten bestehen, andererseits müssen aber auch Gewinne erwirtschaftet werden, um die Kosten und Investitionen finanzieren zu können. Dies funktioniert immer besser, denn Verbraucher sind zunehmend bereit, für regionale und naturbelassene Produkte den entsprechenden Wert zu bezahlen. Es bleibt also zu hoffen, dass das Bewusstsein für Ökoprodukte weiter steigt und kreative Produzenten die Palette der Angebote weiter entwickelt.

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