Die Obere Donau: Irrungen und Wirrungen in der Kulturlandschaft des Jahres

Mit diesem Vorwurf hatten Josef Kreuzberger und Bernd Langner, ihres Zeichens Vorsitzender und Geschäftsführer des Schwäbischen Heimatbundes sicherlich nicht gerechnet. Der Südfinder behauptet in seiner Tuttlinger Ausgabe vom 3.1. (S.3): “Der Schwäbische Heimatbund kennt seine Heimat nicht” und begründet dies damit: “wenn der SHB “dem ‘Kulturraum Obere Donau’ den Kulturlandschaftspreis 2018 verleiht, gehört Tuttlingen offenbar nicht dazu” und stellt die ethische Frage: “Schwäbische Fake News?”. Anschließend folgt eine zweifelhafte Litanei von Untermauerungen der Vorwürfe – auch zum Unterschied von Natur- und Kulturlandschaft, ehe man sich mit der Conclusio “Man weiß so wenig” ins vollendete Nichts verabschiedet.

Offenkundig (!) weiß man in der Südfinder-Redaktion so wenig, weshalb hier einige Klarstellungen mit verifizierbaren Fakten das Bild von der Kulturlandschaft des Jahres 2018 gerade rücken wollen:

  1. Der SHB hat die Obere Donau zur Kulturlandschaft des Jahres 2018 gekürt. Sie ist räumlich weder mit dem Naturpark Obere Donau noch mit dem Donaubergland identisch und will es auch gar nicht sein, sondern sie umfasst ausgewählte Gemeinden in den Landkreisen Tuttlingen und Sigmaringen, die an der Donau und in wichtigen Nebentälern liegen. Sie ist keine Verwaltungseinheit und keine touristische Destination, sondern ein denkwürdiger und schützenswerter Landschaftsbereich, dessen Würdigung in erster Linie durch Veranstaltungen stattfindet.
  2. Dass Tuttlingen nicht in der Kulutrlandschaft des Jahres 2018 liegt, ist Folge politischer Entscheidungen im Landkreis Tuttlingen, in deren Nachgang die Stadt Tuttlingen auf eine kommunale Einzelpartnerschaft aus freien Stücken verzichtet hat.
  3. Die Kulturlandschaft des Jahres hat mit dem Kulturlandschaftspreis bestenfalls ideele Gemeinsamkeiten, es sind jedoch grundsätzlich verschiedene Aktivitäten des Schwäbischen Heimatbundes. Der dotierte (!) Kulturlandschaftspreis wird jährlich von einer Jury an Einzelinitiativen in den ehemals württembergischen und hohenzollerischen Gebieten – also dem Vereinsgebiet des Schwäbischen Heimatbundes – verliehen.
  4. Das Küren einer Landschaft zur “Kulturlandschaft des Jahres” ist alleine Sache des Schwäbischen Heimatbundes. Es kann also nicht die Rede davon sein, dass der Landkreis Sigmaringen oder die Donaubergland Marketing & Tourismus GmbH “sich somit selbst auszeichnen”. Die operative Übergabe an Partner vor Ort ist üblich und erfolgt nach der Kür beim Schwäbischen Heimatbund.
  5. Der Abschnitt zwischen der/n Quelle/n und (manweißesmanchmalnichtsogenau) wird so oder so nicht Obere Donau und demnach erst recht nicht “Ganz Obere Donau” genannt, sondern Junge Donau.

Kommentar: Was soll man angesichts dieser Deformiertheit sagen? Man muss sich wirklich nicht wundern, wenn angesichts mangelnder Sachkenntnis (die öffentlich zugänglich ist) immer wieder der Vorwurf der Lügenpresse durch den Äther schwirrt. Unter Kollegen ist auf jeden Fall Fremdschämen angesagt. (Stefan Blanz)

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