Passion Landschaft

Auf dem Berg der Ästheten in der Kunststiftung Hohenkarpfen

Unscheinbar aufdringlich erhebt sich linkerhand ein kleiner Berg am Rande der Baar, wenn man von Spaichingen kommend Hausen ob Verena durchfahren hat. Doch bereits das typische braune Schild, das im Straßenverkehr immer „Hier gibt es Kultur“ signalisiert, weist darauf hin, dass es sich beim Hohenkarpfen um keine gewöhnliche Erhebung handelt. Genau genommen ist der Hohenkarpfen ein Kegel der Kunst, auf dem das erhoben wird, was ihn selbst ausmacht: Landschaft. Vor knapp dreißig Jahren gründete Prof. Dr. Friedemann Maurer das Kunstmuseum, das sich den Früchten aus dem Spannungsfeld von Natur und Kultur verschrieben hat. Zwei bis drei Ausstellungen pro Jahr zeigen den Schwerpunkt Landschaftsmalerei des 19. und 20. Jahrhunderts im deutschen Südwesten aus wechselnden Perspektiven – sei es durch die Augen und Bilder einzelner Künstler und Künstlerinnen oder unter bestimmten thematischen Blickwinkeln.

Hohenkarpfen-DSC_0065-prn Die Kunststiftung hat sich mit regionalen Ausstellungen überregional einen Namen gemacht. Das ist umso bemerkenswerter, als man auf dem Hohenkarpfen immer ungewöhnliche Entdeckungen machen kann. Als beispielsweise 2013 die Ausstellung „Aus der Heimat in die Welt“ über Maria Caspar-Filser anstand, bekannte Kustos Dr. Stefan Borchardt freimütig, dass ihm „die Malerin vor seiner Zeit auf dem Hohenkarpfen gänzlich unbekannt war“ und er sie heute als eine der „bedeutendsten Malerinnen Süddeutschlands“ kennen lernen konnte. Auf dem Hohenkarpfen kann man also immer auch ungewöhnliche Entdeckungen in der Kunst der Region machen. Hier gilt der Prophet etwas im eigenen Land und deshalb würdigt die hochkarätig besetzte Stiftung regionale Künstler auch in einer Art Antipodie zu den international ausgerichteten Häusern wie zum Beispiel der Staatsgalerie in Stuttgart. 2015 werden Carl Roesch und Alfred Wais gezeigt.