Zwiefalte Theaterszene mit Mönchen Zwiefalter: Benediktinische Brautradition seit 1521

Foto: Zwiefalter Klosterbräu

1521 / Zwiefalter pflegt klösterliches Brauhandwerk

In der ehemaligen Benediktinerabtei in Zwiefalten sind zwar kein Mönche mehr beheimatet, die Tradition des Brauens dagegen ist erhalten geblieben.

Nachdem anfänglich seit 1521 innerhalb der Klostermauern gebraut wurde, verfügte Abt Beda Sommerberger 1724, ein eigenes Brauhaus außerhalb der Klostermauern zu bauen. Dieser Standort hat sich nicht mehr geändert. Nach der Säkularisierung des Klosters 1803 mündete das Intermezzo der königlich-württembergischen Nachfolger in den Verkauf an die Familie Baader.

Zwiefalter seit 200 Jahren in Familienbesitz

Sie führt seit 1827 in privatwirtschaftlicher Regie den Betrieb mittlerweile in der sechsten Generation. Das klösterliche Erbe pflegt man nicht nur im Brauhandwerk, sondern auch in der Festkultur, denn alle zwei Jahre finden die Zwiefalter Klosterbräu-Festspiele statt. Auf unterhaltsame und turbulente Weise werden die klösterliche Tradition, die Geschichte der Brauerei und die goldenen Regeln des Brauens erzählt.

Zwiefalter Ausschank

Dass Gesinnung alleine nicht genügt, weiß man natürlich auch in Zwiefalten. Deshalb legt man größten Wert auf die Auswahl der Zutaten. Die Basis bildet hierbei das Brauwasser aus der hauseigenen Quelle, die von den Wassern aus der Schwäbischen Alb stammen und wegen der reinigenden Wirkung des Gesteins von besonderer Klarheit und Weichheit sind.

Bei den Braugetreiden baut man auf integrierten und kontrollierten Anbau von Partnerlandwirten aus dem Biosphärengebiet der Schwäbischen Alb. Das garantiert höchste Qualität und Ereignisse wie der im Jubiläumsjahr eingefädelte Glyphosat-Skandal entlockt den Verantwortlichen bei Zwiefalter nicht viel mehr als ein Lächeln. Nachhaltigkeit lohnt sich also auch beim Brauen.

Zwiefalter Klosterkirche

Zwiefalter Brauhandwerk

Über dem Eingang zum berühmten barocken Münster in Zwiefalten begrüßt bis heute eine Figur des Ordensvaters Benedikt von Nursia Einheimische und Gäste. Die berühmte Regel des heiligen Benedikt für das Leben in klösterlicher Gemeinschaft hat nicht nur das Kloster und den Ort Zwiefalten, sondern ganz Europa nachhaltig beeinflusst.

Das Brauen ist eine der Künste, die hier hinter den Klostermauern entwickelt wurde. Die Mönche mussten 1803 zwar das Kloster verlassen, doch seit 1521 braut man das Zwiefalter Klosterbräu, heute genau wie damals: mit Brauwasser aus dem Klosterbrunnen und feinster Gerste von den Feldern der Schwäbischen Alb.

Kein Bier für die große Masse

Die Pflege der klösterlichen Brautradition ist in Zwiefalten kein Marketing-Gag. Damals wie heute sind regionale Zutaten und angemessene Zeit die wichtigsten Bestandteile für Qualitätsprodukte. Durch den nachhaltigen regionalen Einsatz sowie die Pflege und Berücksichtigung von Natur und Mensch wurde die Brauerei Partner des Biosphärengebietes Schwäbische Alb.

Die Bindung an die Region rund um das Kloster entspricht auch durchaus den monastischen Gepflogenheiten von einst. Die Brauerei sucht sich seine Kunden in maximal 70 km Entfernung und entsprechend begrenzt ist auch der Ausstoß. Bier von hier ist kein Bier für die Masse. Dieses Konzept ermöglicht auch die ausgiebige Reifung in den bewährten und kalten Klosterkellern.

Seit 1897 liegen die Geschicke der Brauerei in den Händen der Familie Baader. Während einer Brauereibesichtigung lernt man die zehn goldenen Brauregeln der Benediktiner und natürlich die ganz frischen Biere des Hauses kennen.

Besondere Erlebnisse

Neben den alle zwei Jahre stattfindenden Klosterbräu-Festspielen stehen jedes Jahr vier Tage im September im Zeichen der Braukunst. Beim Historischen Bierfest mit Brauhandwerksmarkt, geführten Brauereibesichtigungen, Strohfigurenpark und zünftiger Stimmung im großen Bierzelt dankt die Zwiefalter-Familie für das Erreichte rund um Hopfen, Gerste, Hefe und Wasser.

Dieser Artikel gehört zur Serie der Bierregion Junge Donau.

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